Die Paradigmenwechsel

Der Ausdruck Paradigmenwechsel wurde 1962 von Thomas S. Kuhn geprägt und bezeichnet in dessen wissenschaftstheoretischen und wissenschaftshistorischen Schriften den Wandel grundlegender Rahmenbedingungen für einzelne wissenschaftliche Theorien, z.B. Voraussetzungen „in Bezug auf Begriffsbildung, Beobachtung und Apparaturen“. In der Umgangssprache sind damit auch für wichtig gehaltene, wissenschaftliche Entwicklungen gemeint. Das ist beispielsweise ein Wechsel in der Lebenseinstellung oder Umbrüche in anderen lebensweltlichen oder fachlichen Zusammenhängen:

Die Astronomie

Nikolaus Kopernikus (1473 – 1543) beschreibt ein heliozentrisches Weltbild, nach dem die Erde ein Planet sei, sich um ihre eigene Achse drehe und sich zudem wie die anderen Planeten um die Sonne bewege. Darüber hinaus deutet er darin erstmals die Verschiebung des Frühlingspunktes als Rückwärtsdrehung der Erdachse. Kopernikus revolutionierte das bis dahin das vorherrschende geozentrische Weltbild und steht damit am Beginn der neuzeitlichen Astronomie.

Die Philosophie

Immanuel Kant (1724 – 1804), deutscher Philosoph, leitete nach dem eindrucksvollen Erkenntnisfortschritt von Nikolaus Kopernikus einen Paradigmenwechsel auf philosophischer Grundlage ein. Um das Wissen über die Welt methodisch und systematisch zu erweitern, solle man nicht wie bisher davon ausgehen, die Erkenntnis müsse sich nach den Gegenständen richten, sondern sie solle umgekehrt die Einsichten der Vernunft zum Ausgangspunkt erheben und danach den Erkenntnisprozess methodisch steuern.

Deshalb beruhen nach Kant synthetische Urteile (Verknüpfung einzelner Teile zu einem höheren Ganzen) a priori (aus der Vernunft durch logisches Schließen gewonnen) auf den beiden Stämmen des Erkenntnisvermögens: Anschauung (Raum und Zeit) und Verstand (Begriffe). Durch die spontan-synthetisierende Leistung eines Selbstbewusstseins zusammengefasst, setzen sie die Welt der Phänomene (der sich der Erkenntnis darbietende Bewusstseinsinhalt) fest und ermöglichen deren Erkenntnis.

Die Synergetik

Daraus leitet sich die von Hermann Haken begründete Synergetik ab. Darunter ist die Lehre vom Zusammenwirken von Elementen gleich welcher Art zu verstehen, die innerhalb eines komplexen dynamischen Systems miteinander in Wechselwirkung treten (bspw. Moleküle, Zellen oder Menschen). Die Synergetik erforscht allgemeingültige Prinzipien und Gesetzmäßigkeiten des Zusammenwirkens (auch Synergie genannt), die universell in Physik, Chemie, Biologie, Psychologie und Soziologie vorkommen und liefert eine einheitliche mathematische Beschreibung dieser Phänomene. Die spontane Bildung synergetischer Strukturen wird als Selbstorganisation bezeichnet.

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